Binaural Beats

Stimmen Tonhöhe und die Differenz zwischen den beiden Sinus-Tönen, so bildet das Gehirn die Wahrnehmung eines neuen Tones, der zwischen den beiden Sinus-Tönen der beiden Ohren schwingt. Hört etwa das linke Ohr einen Ton in der Höhe von 300 Hz und das rechte Ohr einen Ton in der Höhe von 330 Hz, so schwingt dieser neue schwebende Ton in einem Frequenzbereich von 30 Hz zwischen 300 und 330Hz.

Am Besten sind die Binaural Beats bei etwa 500Hz zu hören, im allgemeinen sind sie zwischen etwa 90Hz und 1.500Hz wahrnehmbar, es scheint hier leichte Unterschiede zwischen Frauen und Männern zu geben (allerdings liegen die Unterschiede bei der Obergrenze, und mit einer Tonhöhe von 1.300 oder 1.500 Hz ist schwer zu üben). Für die Übungspraxis sind deutlich niedrigere Tonhöhen wirksam (s.u.).

Binaural beat stimulation (aus: Chaieb u.a. 2015)

„Wenn die Frequenzen von zwei Tönen sich nur wenig unterscheiden nimmt man einen Ton wahr, dessen Tonhöhe dem Mittelwert der beiden Frequenzen entspricht. Dazu hört man eine Amplitudenschwankung, die als Schwebung bezeichnet wird. Die Frequenz, mit der die Amplitude moduliert wird, entspricht der Differenz der beiden Frequenzen. Wenn nun ƒ1=400Hz und ƒ2=410Hz sind erklingt ein Ton mit ƒΔ=405Hz und einer Schwebungsfrequenz von 10Hz. Wenn die Schwebungsfrequenz ca. 15Hz übersteigt (Hellbrück, Ellermeier 2004, S. 125) fangt man an die Schwebung nicht mehr als Amplitudenmodulation wahrzunehmen, sondern als eine Art Brummen, das als Rauhigkeit bezeichnet wird. Wenn der Frequenzabstand weiter gesteigert wird nimmt man langsam 2 getrennte Tone war (ebd).“ (Rossböck 2013:9)

„Im Gegensatz zu normalen Schwebungen entstehen binauralen Beats nicht durch physische Interferenz von 2 Schallwellen, sondern durch die Interaktion der Nervenaktivität, die diese in unserer Hörbahn auslösen. […]

Lange Zeit wurden binauralen Beats als Kuriosität gesehen, bis Gerald Oster 1973 einen Artikel veröffentlichte, in welchem er die bisherigen Forschungsergebnisse sammelte und eigene, neue vorlegte. Er fand heraus, dass binaurale Beats für die Forschung von großer Bedeutung sein können, speziell in der Erforschung des Gehörs und auch im medizinischen Bereich. So fand er heraus, dass Menschen, die an der Parkinson-Krankheit leiden, binaurale Beats nicht hören können (Oster 1973). Robert Monroe war der erste, der eine Verbindung sah zwischen binauralen Beats, Gesundheit und verbesserter psychischer Leistung. Am Monroe Institute untersuchte er die bewusstseinserweiternden Wirkungen dieses Phänomens, allerdings waren in diesen Studien diverse Störvariablen nicht kontrolliert und teilweise der Versuchsaufbau nicht angemessen (Beyerstein 1990, S. 32f.).“ (Rossböck 2013:21f)